Stolen Promise

  • Ein Begehren an die Fotografie ist, ein Fragment für die Ewigkeit zu fixieren. Das ist der Versuch eine Gedächtnisstütze für die Gegenwart und Zukunft aufzubauen.

    In der Arbeit „Stolen Promise“ verschwinden die Abbildungen durch Zerfallsprozesse und werden zum Zeichen.

    Als Quelle wird der chemische Part eines 4×5” Instant Films benutzt, der sich immer weiter entwickelt. Während das Bild altert, verblassen einzelne Partien des Portraits, die Oberfläche kristallisiert allmählich und wird von Kratzern und Staub überdeckt. Die Instant Filme sind in verschiedenen Zeitabschnitten gescannt:

    Erst unmittelbar nach der Aufnahme, dann einige Wochen später und schließlich nach einigen Jahren.

    R 5 Claudi 1      Nach drei Jahren.

    R 6 Claudi 1 dunkler Kopf  Nach sechs Jahren.

    Die fotografische Oberfläche und damit das Gesicht und die Zeitzeichen – Kleidung, Frisur und Brillen – verschwinden. Eine zeitliche Zuordnung der Bilder über die Abbildung selbst ist kaum noch möglich. So altert das Bild und wird dadurch zeitlos. Zuletzt bleibt noch eine vage Spur der fotografierten Person und somit seiner Existenz.

    Erklärung zum Material:

    Mit der Grossformat-Kamera wird ein Instant-Bild (Sofortbild) belichtet, welches auf einem Blatt mit einer Entwickler–Emulsion klebt. Nach drei Minuten kann das Positiv vom Entwicklerblatt abgezogen werden.

    Zeichnung

    Bilder klein

    (Polaroid-) Positiv       Das Blatt mit der 

                                                Entwickler-Emulsion.